Brandübungscontainer in Steyerberg

(Quelle: Kreisfeuerwehrverband Nienburg)

Die Brandbekämpfung in geduckter Haltung

Der sogenannte "Flash Over"

Steyerberg. Über sieben Tage üben 420 Einsatzkräfte aus den Gemeinden Steyerberg, Stolzenau und Kirchdorf, den Samtgemeinden Uchte, Liebenau und Landesbergen, den Städten Rehburg-Loccum und Sulingen und der Werkfeuerwehren Oxxynova, NEAG Mobil Voigtei und der EXXON Mobil in einer mobile Feuerwehrübungsanlage, einem so genannten Brandübungscontainer, eine realistische Brandbekämpfung. Die Firma „Oxxynova“ in Steyerberg stellte dafür nicht nur ihr Gelände zur Verfügung, sie übernahm auch den größten Teil der Kosten für die Gerätschaften, Gas und Getränke.

Der Umgang mit Feuer muss von den Einsatzkräften geübt sein, eine praxisnahe Ausbildung ist für einen erfolgreichen Einsatz notwendig. Allerdings ist es bei Lehrgängen in der Regel nur möglich, theoretisches Wissen über die Gefahren des Feuers zu vermitteln, äußerte sich Abschnittsleiter Bernd Fischer zu den Beweggründen des „heißen Trainings“. Sinn dieser Übungseinheiten ist es, die aktiven und ausgebildeten Atemschutzgeräteträger für die Gefahren, die in brennenden Räumen auftreten können, zu sensibilisieren und zu informieren.

Rund 15 Minuten dauert der Einsatz im Brandcontainer. Bevor es richtig los geht, gilt die ganze Aufmerksamkeit dem richtigen und vollständigen Anlegen der Schutzkleidung. Mit Strahlrohr und Handlampe ausgerüstet, beginnt das Abenteuer auf dem Dach mit dem Abstieg in die Dunkelheit. Das gestaltet sich aber schwierig, denn die Treppe brennt und muss zuvor gelöscht werden. Als nächstes brennt eine Gasflaschenbrandstelle, diese ist aus der Deckung heraus unbedingt zu kühlen. Alles wird gesteuert und überwacht vom Regiepult hinter einer sicheren Glasscheibe. Danach versperrt eine Tür das weitere Vorgehen, diese ist vorsichtig zu öffnen. Sofort wird es heller und heiß, ein Flash Over überrollt die Männer und Frauen. Vorsichtig in gebückter Haltung tasten sich die Feuerwehrmänner und -Frauen unter schwerem Atemschutz im dunklen Raum weiter. Mit dem Strahlrohr sind danach ein Küchenbrand und ein Zimmerbrand zu bekämpfen. Jeder soll so nah wie möglich an die Brandstelle herangehen, um die eigenen Belastungsgrenzen zu erlebt, wie auch die Möglichkeiten der Einsatzkleidung. Unter der Decke herrschen dabei über 600 Grad.

Mit dem Ende der Übung läuft der Schweiß in Strömen, aber die Einsatzkräfte wollen die gemachten Erfahrungen nicht mehr missen. „Es war eine super Erfahrung, es macht einen sicherer“. Die Frauen und Männer kämpfen mit schlechter Sicht und beschlagenen Masken, dazu kommt die Hitze überraschend wechselnd von verschiedenen Seiten.

Die Einsatzkräfte dürfen nicht zu lange die Einsatzkleidung tragen und darunter schwitzen, dann besteht die Gefahr von Verbrühungen unter der Kleidung. Unter der neuen Schutzkleidung wird Hitze nicht so schnell bemerkt, wenn sie dann aber gespürt wird, kann es schon zu spät sein, und nur die eigene Gesundheit ist wichtig, appellierten Günter Müller, Bernd Tarrach, Peter Heinze und Wolfgang Flamme als Planer und Berater der Übung.

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